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Boso Medicus Control im Vergleich

Boso Medicus Control im TestDas Boso Medicus Control ist ein vollautomatisches Blutdruckgerät für den Oberarm, das ein sehr sanftes Aufpumpen ermöglichen soll. Außerdem wurde die Messgenauigkeit laut Hersteller klinisch validiert. Wir waren gespannt, ob dieses Gerät tatsächlich empfehlenswert ist, und haben es gründlich getestet.

Verpackung und Lieferumfang
Beim Auspacken entdeckten wir in der Verpackung neben dem Gerät und der Universalmanschette auch einen Blutdruckpass, die benötigten Batterien sowie ein handliches und robustes Etui, das eine sichere Aufbewahrung garantiert. Eine genaue Anleitung mit vielen Tipps lag ebenfalls bei.

Verarbeitung & Design
Optisch wirkt das Gerät durchaus ansprechend, es besitzt eine moderne Form und überzeugt mit einer klar strukturierten Bedienoberfläche. Verarbeitet wurde es qualitativ hochwertig, die Tasten lassen sich leicht bedienen, die Anschlüsse für den Schlauch und das Netzteil sind solide. Die vielen Einkerbungen erschweren lediglich ein wenig die Reinigung, da es sich hier nicht um eine durchgehend glatte Oberfläche handelt. Da bei einem solchen Gerät aber kaum mit gröberen Verschmutzungen zu rechnen ist, sollte dies kein wirklicher Nachteil sein.

Ausstattung und Funktionen
Das Boso Medicus Control wurde mit einer sogenannten Universalmanschette geliefert, die sich individuell an den jeweiligen Nutzer anpassen lässt. Die Größe passt für einen Armumfang von 22,0 bis 42,0 Zentimetern, was eher ungewöhnlich ist, da die meisten Geräte über eine wesentlich kleinere Manschette (Maximalbereich in den meisten Fällen: 32 Zentimeter) verfügen. Personen mit etwas kräftigeren Armen müssen dann häufig eine größere Ausführung nachkaufen, was durchaus teuer werden kann. In diesem Fall hat der Hersteller also bereits vorgesorgt. Das Display ist ausreichend groß und zeigt gut lesbare Ziffern an. Eine Anzeige von Datum und Uhrzeit gibt es jedoch nicht, das Display gibt lediglich Puls und Blutdruck wieder. Die Bewertungsskala der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist absolut sinnvoll, der kritische Bereich wurde farblich abgesetzt und fällt sofort ins Auge. Vorgesehen ist das Gerät für ein 14-Tage-Profil, insgesamt können 30 Messwerte gespeichert werden. Herzrhythmusstörungen während des Messens werden sofort angezeigt. Obwohl die erforderlichen Batterien mitgeliefert wurden, verfügt das Boso Medicus Control über eine Anschlussmöglichkeit für ein Netzgerät. Es muss jedoch separat gekauft werden und gehört nicht zum Lieferumfang. Außerdem hatten wir hier die Möglichkeit, eine andere Manschette zu verwenden, Anschlüsse für eine Standard- und XL-Manschette sind nämlich ebenso vorhanden. Des Weiteren ist das Gerät in der Lage, den individuellen Mittelwert anzuzeigen.

Handhabung & Komfort
Das Blutdruckmessgerät von Boso verfügt auf der Vorderseite über zwei Knöpfe: einen Start-Knopf und einen Schalter für die Memory-Funktion. Die Bedienung war demzufolge auch kinderleicht, hier kann wirklich niemand etwas falsch machen. Leider speichert das Gerät Datum und Uhrzeit nicht mit, sondern zeigt die gespeicherten Messwerte in numerischer Reihenfolge an. Dies mag für viele Nutzer sicherlich ausreichend sein, wer sich jedoch einen besonders ausführlichen Überblick über seine Ergebnisse verschaffen möchte, sollte die Messzeiten am besten sofort in den beiliegenden Blutdruckpass eintragen. Erfreulich: Das Aufpumpen erfolgt tatsächlich auffallend sanft und vollkommen schmerzfrei. Der Druck wird automatisch angepasst, zu unangenehmen Kompressionen des Armes kam es während unserer Testmessungen nicht. Wir hatten also nie das Gefühl, dass uns quasi der Arm „abgeschnürt“ wird. Ein kleines Problem hatten dagegen unsere weiblichen und besonders schlanken Testpersonen. Für relativ dünne Arme ist die Manschette nämlich fast schon zu groß, das Anlegen wird hier zu einer kleinen Prozedur und ist nicht ganz einfach. Im Idealfall leistet eine zweite Person Hilfestellung. Nutzer können aber optional eine Standard-Manschette erwerben. Wichtig: Wer sein Ergebnis nach der Messung speichern möchte, darf das Gerät nicht sofort ausschalten. Es muss abgewartet werden, bis die Anzeige im Display erlischt. Etwas knapp bemessen ist zudem die Länge des Schlauches, hier hätten es ruhig einige Zentimeter mehr sein können. Trotzdem ist dieses Gerät insgesamt sehr nutzerfreundlich und lässt sich einfach und ohne Probleme bedienen.

Zuverlässigkeit & Messgenauigkeit
Testmessungen mit mehreren Personen und anschließende Vergleiche mit dem professionellen medizinischen Produkt in einer Arztpraxis haben gezeigt, dass sich Nutzer auf die Ergebnisse im Großen und Ganzen verlassen können. Eventuelle Abweichungen waren nur minimal und bewegten sich im Toleranzbereich. Insgesamt können wir diesem Gerät eine gute Messgenauigkeit bescheinigen, was innerhalb dieser Preisklasse sicherlich nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Hier zeigt sich also, dass das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga auf jeden Fall ein Beweis für die Präzision eines Blutdruckmessgerätes ist.

Vorteile
+ Wird mit einem praktischen Etui und einem Blutdruckpass geliefert.
+ Individuell einstellbare Universalmanschette für nahezu jeden Armumfang
+ Netzgerät und andere Manschetten können optional nachgekauft und angeschlossen werden.
+ Präzise Messergebnisse und ein sehr sanfter Pumpvorgang
+ Mit Speicherfunktion und Anzeige von Herzrhythmusstörungen
+ Anzeige eines Mittelwertes möglich

Nachteile
– Keine Speicherung von Datum und Uhrzeit, Messwerte werden in numerischer Reihenfolge angezeigt.
– Etwas schwieriges Anlegen der Manschette bei sehr dünnen Armen

Fazit
Das Boso Medicus Control ist ein solides und einfach zu bedienendes Blutdruckmessgerät, das für den normalen Hausgebrauch absolut ausreicht. Die Messwerte sind im Großen und Ganzen sehr präzise, der sanfte Pumpvorgang ist sehr angenehm. Ob Datum und Uhrzeit bei der Speicherung unbedingt benötigt werden, sollte aber jeder Nutzer selbst entscheiden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Modells ist mehr als nur in Ordnung, da vor allem die universell verwendbare Manschette den Nutzer vor einem zum Teil teuren Kauf von Zubehör bewahrt. Kurz gesagt: Wir geben für dieses Gerät gerne eine klare Kaufempfehlung und finden, dass es die Note 4 völlig zu Recht verdient hat.

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